Der Weg des Damaszenerstahls

Andreasfinger

In Ihrer Küche wünschen Sie sich ein Messer, welches auch durch die dicksten Stücke Fleisch kommt, ohne dass Sie jene halb zerreißen müssen. Ein Damastmesser ist jetzt die richtige Wahl, denn dank des besonderen Materials schneidet es durch beinah alle Lebensmittel wie durch Butter. Doch woher stammt eigentlich der Damaszenerstahl und wie kam er zu den Küchenmessern? Wir zeigen es Ihnen.

 

Was ist Damaszenerstahl überhaupt?

Die Ursprünge des Damaszenerstahls liegen im Nahen Osten, denn hier wurde der Stahl aus Wootz hergestellt. Damals kam der Stahl nicht in der Küche zum Einsatz, sondern er wurde für Schwerter verwendet. Woher der Name „Damast“ stammt? Das ist der syrischen Hauptstadt Damaskus zu verdanken. Schon im Mittelalter waren Schwerter aus Damaszenerstahl sehr begehrt, vor allem in Europa. Überraschend ist das nicht, brachte der Stahl doch zahlreiche Vorteile mit. In erster Linie war er superplastisch, doch zugleich auch extrem hart.

Heute ist nicht mehr genau bekannt, wie die damaligen Damastschwerter hergestellt wurden. Zwar entdeckte ein Forschungsteam 2006, dass bei der Herstellung Laub und Gehölze als Zusätze beim Aufkohlen verwendet wurden, dennoch ist der genaue Vorgang nicht mehr bekannt. Das liegt auch daran, dass es große Unterschiede in den Rohmaterialien gibt, weshalb sich die ursprüngliche Technik nur schwer oder gar nicht mehr nachvollziehen lässt. Dennoch gibt es heute Damastmesser sowie -schwerter.

Vor allem im Dekobereich sind Messer und Schwerter aus Damaszenerstahl überaus beliebt. Das liegt an der Ätzung, denn dadurch werden die einzelnen Lagen der Klinge sichtbar. Je nach Ausgangsmaterial kann auch noch beeinflusst werden, welche Farben die einzelnen Schichten haben sollen. Behandeln Sie Damaszenerstahl hingegen nicht mit Säure, sieht das Material wie „normaler“ Stahl aus. In den letzten Jahren erkannten wir aber auch die praktischen Vorteile des Damaszenerstahls. Immerhin ist es nicht nur schön anzusehen, sondern auch extrem haltbar, hart und robust. Das führte dazu, dass mit den Jahren immer mehr Damastmesser auf den Markt kamen. Anfangs konnten sich diese Normalsterbliche noch nicht leisten, denn aufgrund des aufwendigen Herstellungsverfahrens waren die Messer nicht gerade ein Schnäppchen. Zum Glück sieht das heute ein wenig anders aus, denn gute Vertreter sind schon ab 100 Euro zu haben.