Andreas Finger
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Haus und Garten

Kakerlaken bekämpfen: Diese Tipps helfen weiter

Die gibt’s doch nur in Urlaubsländern.“ So glauben viele Deutsche, wenn es um das Thema Kakerlaken geht. Das könnte von der Wahrheit nicht weiter weg sein, denn wir haben nicht nur „eingewanderte“ Kakerlaken, wie die amerikanische oder orientalische in Deutschland, sondern sogar eine einheimische: die Blattella Germanica. Auch Schabe oder Küchenschabe genannt.

Es ist also kein Haushalt davor gefeit, Opfer einer Kakerlaken-Invasion zu werden. Allerdings gibt es viele Möglichkeiten, einen Befall vorzubeugen und wenn es bereits passiert ist, die Schädlinge zu bekämpfen.

Kakerlaken lieben Dreck und Unrat

Und mit dieser Überschrift kennen Sie bereits die Hauptursache, warum bzw. unter welchen Umständen Kakerlaken es sich in Wohnungen und Häusern gemütlich machen. Kakerlaken sind eine der lästigsten und bei weitem unangenehmsten Plagen, die einen Wohnort befallen können.

Die Gründe für einen Befall müssen nicht per se am Umfeld oder der Hygiene liegen.

  • Schaben krabbeln durch alle möglichen schmalen Ritzen und Löcher in Häuserwänden und können so ziemlich einfach und schnell ins Innere gelangen.
  • Kakerlaken können auch unter Umständen durch eingekaufte Lebensmittel ins Haus geschleppt werden.
  • In anderen Fällen könnte es an der Nähe zu einem befallenen Gastronomiebetrieb liegen.

Aber wir möchten es auch nicht schönreden. In den häufigsten Fällen sind unzureichend gereinigte Flächen, vor allem Böden in Lebensmittelnähe, der Grund für den Einzug einer Schabenfamilie in Ihre vier Wände.

Schaffen Sie also ein Umfeld, in dem Kakerlaken sich von vornherein nicht wohlfühlen.

  • Warme, feuchte Räume wie Küche und Bad regelmäßig lüften.
  • Böden regelmäßig saugen und wischen. Vor allem – so lästig es auch sein mag – die Böden unter sowie hinter Kühlschrank, Herd und Spüle. Es muss nicht ständig sein, aber zumindest oft genug, dass die Böden an den Stellen nicht zum Wohlfühlort für Schaben werden.
  • Lassen Sie benutztes Geschirr nicht zu lange in der Spüle stehen und bringen Sie Biomüll so schnell wie möglich hinaus. Vor allem Biomüll ist ein wahres Kakerlaken-Schlaraffenland.
  • Wenn möglich, Spalten und Risse im Mauerwerk oder in Wänden, Fenstern und Türen abkleben oder verputzen.
  • Futternäpfe von Tieren möglichst nicht lange stehenlassen.

Wie erkennen Sie einen Kakerlakenbefall?

In den meisten Fällen durch Sichtung einer Schabe im Haus. Die Statistik besagt, dass eine Schabe im Haus auf mindestens zweihundert weitere hindeutet. Und wenn man bedenkt, wie oft und schnell Schaben sich vermehren, ist es kein Wunder, dass aus einem Befall eine regelrechte Plage werden kann.

Weiterhin erkennen Sie einen Befall an Hautresten, denn Schaben häuten sich mehrmals, bis sie ausgewachsen sind. Auch Kot (sieht mitunter aus wie Kaffeepulver) sind Hinterlassenschaften, die Ihnen auffallen könnten und eventuell ein unangenehmer Geruch, den Schaben oft absondern – allerdings deutet das bereits auf einen extrem schweren Befall von Kakerlaken hin.

Warum eigentlich die Panik – sind die Schädlinge wirklich so gefährlich?

Die Panik vor Kakerlaken gleicht der Panik, die viele Menschen vor Mäusen und Ratten haben. Die Kakerlake löst bei den meisten Menschen ein natürliches Ekelgefühl aus und unsere Instinkte verstehen, dass es sich hier um einen gefährlichen Schädling handelt. 

Ist die Kakerlake denn so gefährlich? Sie ist auf jeden Fall nicht ungefährlich und vor allem als Krankheitsüberträger von Tuberkulose, Typhus, Ruhr, Salmonellen und ebenfalls Überträger von Parasiten, die auf den Mensch übergehen.

Außerdem können ihre oben genannten Hinterlassenschaften Auslöser für Allergien, Ekzeme und sogar Asthma sein.

Gibt es Hausmittel, mit denen Sie Kakerlaken bekämpfen können?

Die gibt es in der Tat. Wenn Sie eine Schabe entdeckt haben, sollten Sie zuerst das Nest ausfindig machen, denn es gibt immer eine Ecke, in der sich die Schaben – wie in einem Eigenheim – niedergelassen haben. Das können folgende Bereiche sein:

  • Unter Bodenbelägen, Holzmöbeln oder generell Materialien aus Holz.
  • Hinter/Unter Backofen, Kühlschrank, Küchengeräten und Spüle.
  • Sehr beliebt sind bei den Schaben auch Abwasserrohre (Küche, Bad) und Klimaanlagen.

Erst wenn Sie das Nest ausfindig gemacht haben, kann es ans Eingemachte gehen.

  • Lorbeer & Katzenminze

Schaben hassen Lorbeer und Katzenminze. Davon sollten Sie ausreichend im (wenn möglich) und rund ums Nest verteilen. Bedenken Sie jedoch, dass im blödesten Fall die Kakerlaken einfach eine neue Ecke im Haus beziehen. Beachten Sie deshalb unbedingt die präventiven Maßnahmen.

 

  • Natron und Zucker

Wenn Lorbeer und Minze versagen, ist das der nächste Schritt. Wenn es Ihr Umfeld zulässt, können Sie auch beides auf einmal machen. Berücksichtigen Sie jedoch Kinder und Tiere im Haus – gerade, wenn Sie mit Natron arbeiten. Zucker und Natron wird zu gleichen Teilen miteinander vermischt und an verschiedenen Stellen im Haus oder der Wohnung verteilt. Die Schaben essen den Zucker und gehen durch das konsumierte Natron ein.

Wichtig: Diese Hausmittel benötigen Ausdauer und Konsequenz. Versuchen Sie die Anwendung über mehrere Wochen durchzuziehen, um wirklich ein effizientes Ergebnis zu erzielen und den Befall zu stoppen.

  • Essig und Pfeffer

Diese Falle ist wirklich effektiv, um Schaben das Leben schwer zu machen, aber auch nicht immer leicht umsetzbar, wenn Sie Kinder oder Tiere im Haus haben. Oder einen Fußboden, der nicht essigverträglich ist. Wenn die Voraussetzungen jedoch stimmen, dann verteilen sie Essig rund um das Nest der Schaben und fügen Pfeffer hinzu – damit kreieren Sie so etwas wie eine magische Barriere, durch welche die Kakerlaken nicht hindurch- und damit auch nicht mehr an ihre Lebensmittelvorräte herankönnen.

Ist aus dem Befall eine waschechte Plage geworden?

Wenn der Befall mit den Kakerlaken jedoch dauerhaft besteht, sollten Sie einen professionellen Schädlingsbekämpfer suchen, der Ihnen bei der Lösung des Problems hilft.

Bitte sehen Sie davon ab, selbst mit giftigen Fallen zu experimentieren, auch, wenn es welche im Handel erhältlich gibt. Viele von Ihnen sind mit Nervengiften versehen und können für Kinder, Senioren und Haustiere regelrecht gefährlich werden.

Wenn also alle Stränge reißen, holen Sie sich einen Kammerjäger und lassen sich ausführlich beraten, was in Ihrer Situation unternommen werden muss.

Vorsicht! Leider gehört der Beruf des Kammerjägers zu jenen, die viele schwarze Schafe und Abzocker beherbergen. Da kann es schnell passieren, dass Sie hohe Summen zahlen und die Kakerlaken trotzdem nicht ausziehen und ihr Domizil zur WG erklären. Lassen Sie sich daher wirklich immer den Sachkunde-Ausweis zeigen! Hören Sie bei der Beratung auf Ihr Bauchgefühl und holen Sie sich lieber eine Meinung zu viel als zu wenig ein.

Wir wünschen Ihnen ein schabenfreies Haus und keine ungebetenen Gäste. Und wenn doch einer hereinspaziert – dann wissen Sie jetzt, was zu tun ist!

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